Koch-Event Hofstetten, Andreas Hipp, Hummer, Anrichten

Eine Küche, neun Köche, neun Gänge, ein Genuss

Koch-Event: Junge Köche zeigen ihr kreatives Talent. Das Los entscheidet, wer welchen Gang zubereitet. Kulinarische Handwerkskunst, präsentiert im Landhotel zur Alten Post, im Rahmen eines besonderen Events.

Ein Menü mit regionalen Zutaten präsentierten neun Köche bei einem gemeinsamen Koch-Event. Das Landsberger Tagblatt berichtete.

Neun Vertreter der „Weißen Brigade“ haben unlängst im Landhotel Zur Alten Post in Hofstetten bewiesen, dass viele Köche nicht zwangsläufig den Brei verderben, auch wenn ein landläufiges Sprichwort dies behauptet. Auf Einladung einer Augsburger Brauerei steuerten die neun Köche jeweils einen Gang, der ihnen per Los zugefallen war, zur Menüfolge bei. Wie die Profis ihre Vorgabe von „Vorspeise kalt“ über Sorbet und Hauptgericht bis zum Dessert umsetzten, blieb ganz ihrer Kreativität überlassen.

Extravagante Kreationen und aufwändige Dekorationen
Sven Rießbeck, der Initiator und Organisator des Events, hatte im Vorfeld jedoch auf eine harmonische, „geschmacklich abgestimmte“ Abfolge geachtet. Mit dem Abend sollte gezeigt werden, dass die Gasthäuser der Region eine hohe Speisenqualität anbieten. Die handwerkliche Umsetzung ließ erkennen, dass viele Landgasthäuser mit jungen Küchenchefs die Hausmannskost längst hinter sich gelassen haben. Auf der Karte standen extravagante Kreationen mit aufwändigen Dekorationen.

 

 

 

Auf eine Bewertung der Gänge wurde bewusst verzichtet. Jedoch sparten die Verantwortlichen nicht mit (berechtigtem) Lob für die Kollegen und ließen sich auch einzelne Zubereitungsschritte erklären. Dass Christoph Strobl seine feinen Schoko-Bordüren mit freier Hand gemalt hatte, mochten zunächst die wenigsten glauben. Stefan Fuß, der mit Hilfe von Algin und „einem weiteren Stoff“ Kirschsaft zu gallertartigen Kügelchen gerinnen ließ, hatte mit seiner alchimistischen Einlage viele Zuschauer.

Andreas Hipp, Juniorchef des Landhotels, zauberte ein Brunnenkresse-Schaumsüppchen mit Strudel vom Flusskrebs und Nocke vom Saiblingskaviar. Kurzfristig musste er vom geplanten bayerischen Edelkrebs als Zutat abweichen, fand jedoch auf dem Viktualienmarkt Ersatz in Form von Flusskrebsen. Den ganzen Nachmittag über rollte er mit Hilfe von Souschef René Richter Strudel. Beim Anrichten der Teller musste es dann Hand in Hand gehen, um die Kreation zügig, optisch ansprechend und noch warm auf den Tisch zu bringen.

Als besonderes Element bei diesem Kochabend übernahmen die Köche von der Vorbereitung bis zum Service alle in der Gastronomie anfallenden Handgriffe selbst – Bewegung und Kommunikation waren die Ziele des Abends. Zwischen den Gängen konnte die Köche einander über die Schulter und in Töpfe und Pfannen schauen. Beim Anrichten der Speisen, der „Mise en Place“, gingen die Kollegen einander wie selbstverständlich zur Hand, griffen zu Tellern und Platten, um sie auf der von der Familie Hipp liebevoll in den Farben Gelb und Orange dekorierten Tafel einzusetzen.
Ulrike Reschke / res

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Veröffentlicht im Landsberger Tagblatt, 06.03.2008