Hotel im Trend: mit dem Radl an die Rezeption

Nesselwang. Das Explorer Hotel Neuschwanstein ist ökologisch gebaut und hat ein nachhaltiges Energiekonzept. Dafür erhielt es offizielle Anerkennung.

Bericht über das mit dem 1. Deutschen Preis für Tourismusentwicklung ausgezeichnete Aktiv-Hotel in Nesselwang, erschienen in der AHGZ.

NESSELWANG. Für „kluge Investitionen und die nachhaltige Ausrichtung“ ist das am 14. Juni in Nesselwang eröffnete Explorer Hotel Neuschwanstein beim 1. Deutschen Preis für Tourismusentwicklung ausgezeichnet worden. Damit wurde das Haus als erstes Passivhotel Europas sowie auch seine „klimaneutrale CO2-Bilanz“ gewürdigt. Das in Passivbauweise errichtete, vier Etagen umfassende Gebäude wurde – mit Ausnahme der Bodenplatte – aus Massivholz errichtet. „In dieser Größe und Kubatur gibt es das unseres Wissens noch nicht“, sagt Katja Levringhaus, Geschäftsführerin der Explorer Hotels. Durch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erzeuge das Haus 60 Prozent des benötigten Stroms selbst. „Wenn nicht auch mal Schnee auf dem Dach läge, könnten wir unseren Strom komplett erzeugen“, sagt Katja Levringhaus. Der Rest werde aus Ökostrom zugekauft, die Heizung mit Biogas und Pellets betrieben.

Die Explorer Hotels – mit dem Haus in Nesselwang gibt es nun drei von ihnen – verstehen sich als Design-Budgethotels. Die Zielgruppe sind sportlich aktive, kommunikative und ökologisch interessierte Menschen. Nicht alle entschieden sich wegen des nachhaltigen Konzepts für einen Aufenthalt im Explorer Hotel, sagt Katja Levringhaus. Durch verstärktes Marketing in dieser Richtung – auch mit dem Preis für Tourismusentwicklung – werde dies aber kommen, ist sie überzeugt. Über die von den Bundesländern Bayern und Mecklenburg-Vorpommern vergebene Auszeichnung sagt Katja Levringhaus: „Sie zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Explorer heißt Forscher – und als Entdecker, die sich bevorzugt im Freien aufhalten, sieht die Gruppe auch ihre Gäste. Das Sporthotel liegt direkt an der Talstation der Alpspitzbahn. Als Biker, Skifahrer und Wanderer sind die Gäste den ganzen Tag in der Natur unterwegs. Abends sollen sie den Ort erkunden, weshalb die Gruppe ein Konzept entwickelte, das heimischen Betrieben zugute kommt. So wurde – wie in den Schwesterhotels in Oberstdorf und in Vorarlberg – auf ein Restaurant verzichtet. Anstelle von Halbpension bietet das Explorer Hotel seinen Gästen einen günstigen Dine-around-Pass für Restaurants im Ort an. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit Ski- und Bikeschulen sowie Sportgeschäften im Dorf. „Die kompetente Urlaubs-, Sport- und Freizeitberatung unserer Gäste haben wir als Kernkompetenz definiert“, sagt Levringhaus.

Die Zimmer sind schlicht und funktionell, aber durchgestylt und qualitativ hochwertig ausgestattet. Es gibt ein kleines Spa mit Fitnessraum sowie zwei Tagungsräume.

Sportlichkeit und Gastlichkeit gehen im Explorer Hotel Neuschwanstein Hand in Hand. „Die Gäste fahren mit dem Fahrrad direkt durch die Hoteltür“, sagt Katja Levringhaus. Eine Werkbank zum Reparieren und Präparieren der Sportgeräte wie Ski oder Bikes steht direkt in der Explorer Lounge – in unmittelbarer Nähe zur Bar. So lässt sich beim abendlichen Schrauben am Bike ein kühles Bier in gemütlicher Runde genießen. Die Lobby mit offenem Grundriss ist als Kommunikations-Ebene gestaltet mit Rezeption, Frühstücksbereich und Sportlocker (Schließfächer für Fahrräder und Wintersportgeräte).  Zwei Multitouchscreens, die so genannten „Explorer Walls“, bieten Zugang zu sozialen Netzwerken und dienen als Mittel zur Information und Kommunikation.
Ulrike Reschke / res

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Erschienen in der Allgemeinen Hotellerie- und Gastronomiezeitung (AHGZ)